Zitronen und Rosmarin gegen den Winterblues

Jedes Jahr, wenn die Zeit auf Winterzeit umgestellt wird und die Abende kürzer werden, bekomme ich den Winterblues. Ich brauche dann eine Erinnerung daran, wie der Sommer riecht; etwas das nach warmen Tagen schmeckt, mich an den Süden und die Sonne erinnert.

Rosmarin erinnert mich an meinen letzten Toskana Urlaub, wo er in riesigen Büschen am Wegesrand zu dem Restaurant unseres Agriturismo wuchs.
Zitronen mit ihrem frischen Duft, der leichten Süsse und erfrischenden Säure, ihrer gelben Farbe und den ätherischen Ölen unterstützen diese Sehnsucht nach dem mediterranen Süden.

Dennoch sollte es etwas sein, dass man an diesen kalten Tagen mit einer guten Tasse Tee geniessen kann. Die Lösung hiess daher – Zitronen-Rosmarin Sablés

ZITRONEN-ROSMARIN-SABLÉ

Zutaten

1 Bio-Zitrone, Saft und Schale
3 Zweige Rosmarin, frisch (gewaschen und getrocknet)
1 Mark einer Vanilleschote*
80-100g Rohrzucker
200g Butter, kalt in Stücken
300g Mehl (Dinkel hell, oder Weizen 405er)
1 Prise Salz
1 Ei

Zubereitung

  1. Schale einer Zitrone mit Sparschäler abschälen und Saft auspressen
  2. Zitronenschale mit den abgezupften Rosmarinnadeln in den Mixtopf geben und 10 Sek. / Stufe 10
  3. Restliche Zutaten dazu geben und 20 Sek. / Stufe 4
  4. 2 ca. 40cm lange Streifen Frischhaltefolie vorbereiten
  5. Teig in 2 Teile teilen und zu ca 3cm dicken Rollen formen und in die Frischhaltefolien einwickeln
  6. Mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen und 2 Backbleche mit Backpapier belegen. Ofen auf 200°C Ober-Unterhitze (180°C Umluft) vorheizen.
  7. Teig in 7-10mm dicke Scheiben schneiden und die Scheiben auf die vorbereiteten Backbleche legen.
  8. 10 Min. backen auskühlen lassen und geniessen.

*Die ausgekratzte Vanilleschote kann gut zu Vanillezucker verarbeitet werden. Also nicht wegschmeissen.

EN GUETE!

Pflaumen-Heidelbeer-Crumble

Der Herbst hat Einzug gehalten. Die Regentage werden mehr und morgens ist es oft nebelig. Blätter, Wiesen und selbst das Auto ist von Morgentau überzogen.

Heute ist ein grauer Tag, es nieselt und regnet und eigentlich will man sich nur unter einer warmen Decke auf dem Sofa einkuscheln.

Die Amerikaner sprechen von Comfort-Food, also Essen, das einem gut tut, Trostessen oder eben auch Essen für die Seele. Ein guter Crumble Gehör definitiv in diese Kategorie. Hier meine herbstlich inspirierte Variation.

Pflaumen- Heidelbeer-Crumble

Ofen auf 180°C vorheizen und eine ofenfeste Form mit Butter einfetten.

Füllung:

7 Pflaumen, geachtelt
150g Heidelbeeren
1-2 TL Ceylonzimt
30g Vollrohrzucker
20g Butter, in Flöckchen
Vermischen und in die Auflaufform geben.

Crumble:

50g Buchweizennüsschen
10g Mohnsahmen
10 Sek. / Stufe 10 mixen
200g Dinkelmehl
130g Butter, kalt in Stücken1 Messerspitze Kardamom, gemahlen
50g Vollrohrzucker
50g Kristallzucker

Dazugeben und 20 Sek. / Stufe 4 zerkrümeln. Etwas zusammendrücken und über die Früchte steuseln.

25-30 Min. bei 180°C backen, bis die Streusel leicht gebräunt sind.

Am besten noch leicht warm servieren.

Dazu passt: 1 Kugel Burbon-Vanille-Eis oder etwas Créme Fraîche

Tipp: wer mag kann den Crumble mit etwas Pflaumenschnaps oder Zwetschgenwasser verfeinern

Wenn kalt serviert passt: Geschlagener Rahm oder selbstgemachte Vanillesauce

Ein richtiger Tee-Tag

Letzten Freitag hiess der letzte richtige Sommertag dieses Jahres wäre nun da und prompt meldet sich auch der Frühherbst mit seinem grauen Deckel und Regenschauern.

Das schrie nach kuscheliger Decke, einem spannenden Buch und einem Tee. Für Buch und Sofa hatte ich jedoch keine Zeit, aber eine grosse Tasse Tee begleitete mich am Computer und sorgte für wohlige Wärme und Gemütlichkeit.

Nach vollbrachtem Tageswerk musste jedoch eine Belohnung her. Etwas Süsses für’s Gemüht.

Spontan fiel mir das Rezept für Grüntee-Sablés ein. Schnell gemacht und verführerisch im Geschmack.

Im Teeschrank fand ich dann auch einen Grüntee mit Kardamon und Zimt. Perfekt für mein heutiges Unterfangen. Einfacher Grüntee, oder in anderen Geschmacksmischungen geht natürlich auch.

Grüntee-Sablés:

2 geh. EL Grüntee

100g Rohrzucker/brauner Zucker

Zusammen im Mixtopf für 10 Sek./Stufe 10 pulverisieren.

300g Dinkelmehl

200g kalte Butter, in Stücken

1 Prise Salz

30g Rahm

dazugeben und für 20 Sek/ Stufe 4 mixen.

Aus dem Teig 3-4 Rollen à 3cm Durchmesser rollen, wer mag, die Arbeitsfläche mit Rohzucker bestreuen und die Teigrollen darin wenden (gibt extra Crunch). Einzeln in Klarsichtfolie wickeln und kühl stellen, bis der Teig fest ist.

2 Teigrollen herausnehmen, Klarsichtfolie entfernen, in 6-8mm dicke Scheiben schneiden und mit genügend Abstand auf das vorbereitete Blech legen.

Sablés 12 Min in der Mitte des Ofens bei 180 °C Ober-/Unterhitze backen. Herausnehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

Die Guezli lassen sich trocken und kühl 3-4 Wochen aufbewahren ( So lange überleben die jedoch bei uns nie 😉)

Cantucci a la Villa Nottola lassen Erinnerungen an Ostern in der Toskana wachrufen

Tuscany

Das «Tut», «Tut» der kleinen Spitzohr-Eule, welche uns jede Nacht in der Toskana beim zu Bett gehen begleitete, klingt mir noch immer in den Ohren. In Gedächtnis eingeprägt ist mir auch der wunderschöne Zitronengarten im malerischen Monesterio Sant’Anna in Camprena, einem Kloster unweit von Pienza, wo wir einige Tage nächtigten und gut gegessen haben.

Schön war’s, doch schnell holt einen der Alltag ein. Damit wir nicht zu schnell wieder im rauen Alltag landen und unser in Radda in Chianti gekaufte VinSanto auch gebührlich genossen werden kann, habe ich mich entschlossen Cantucci a la Nottola zu backen.

Das Rezept hab ich von einem Koch aus einem Agriturismo (Villa Nottola) in der Nähe von Montepulciano, in dem wir vor ein paar Jahren gewohnt haben. Dort wird ausser einem sehr guten Brunello unter anderem auch VinSanto und eben die Cantucci selber hergestellt.

Den Thermomix® benötigt man nicht unbedingt zur Herstellung, aber er macht die Teigkneterei einfach etwas schneller und einfacher und man hat weniger klebrige Finger.

Cantucci Villa Nottola ( Herrkömmliche Art)

175* Ofen auf 175°C vorheizen und Backblech mit Backpapier auslegen

500g Mehl
300g Zucker
260g Mandeln
20 Backpulver         vermischen

4 Eier                       aufschlagen und dazu geben und vermengen.

*Wer grosse Cantucci haben will formt 2 Stränge/ovale Rollen (Ø ca. 5 cm) formen und der Länge nach aufs Blech legen. Wer kleinere Cantucci will, wie man sie so allgemein kennt teilt den Teig in 4 Teile und formt 4 Stränge  (Ø ca. 3 cm). Achtung auf dem Blech genug Abstand lasse, die Stränge gehen noch auf.

Ca. 20-30 min backen bis das Brot leicht gebräunt und knusprig ist. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen. In 1-2 cm Scheiben schneiden und nochmals 5 min im Ofen aushärten.

Cantucci Villa Nottola ( mit dem Thermomix®)

4 Eier
300g Zucker
500g Mehl
20g Backpulver
260g Mandeln

  1. Den Rühraufsatz (Schmetterling) einsetzen. Eier und Zucker zugeben und 12 Min. / Stufe 3.5 verrühren. Rühraufsatz entfernen. Der Zucker wird so aufgelösst und die Eier-Zuckermischung sehr fluffig.

foti

  1. Mehl und Backpulver zugeben, 20 Sek. / Stufe 4 mischen.
  2. Mandeln zugeben und 30 Sek./ Linkslauf kneten.
  3. Teig in eine Schüssel umfüllen, 20-30 Min. kühl stellen. Jede Portion wie oben* angegeben mit etwas Mehl zu ovalen Rollen formen und auf das vorbereitete Backblech legen.
  4. Ca. 20-30 min backen bis das Brot leicht gebräunt und knusprig ist. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen. In 1-2 cm Scheiben schneiden und nochmals 5 min im Ofen aushärten.Cantucci GeschnittenCantucci on blech
  5. Backofen ausschalten, Cantucci 15 Minuten im ausgeschalteten Backofen trocknen lassen, dabei Backofentür mit einem Holzlöffel einen Spalt breit offen halten, herausnehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

Tipp 1 : Wer will kann die Mandeln erst noch etwas knusprig rösten. Dazu den Backofen auf 200°C vorheizen und die Mandeln auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. 10 Min./ 200°C in der Mitte des Ofens rösten. Mandeln aus dem Backofen nehmen, in eine Schüssel umfüllen und etwas auskühlen lassen.

Tipp 2 : Cantucci je nach Jahreszeiten aromatisieren:

  1.            20g dünn abgeschälte Orangenzeste (im Thermomix 8 Sek / Stufe 8 zerkleinert) dazugeben.
  2.            1,5 TL Lebkuchengewürz dazugeben.
  3.            2 TL lösliches Espresso- oder Kaffeepulver und eine Prise Zimt dazugeben.
  4.            100 g Mandeln mit 100g getrockneten Feigen in kleinen Würfeln ersetzen.
  5.            1,5 TL Matcha-Tee dazugeben

Jetzt müsst ihr die Cantucci nur noch in VinSanto oder Euren Espresso dippen und genießen.

Cantucci image

Cantucci closeup

mmmh!

 

Mmmh Torta della Nonna, alleine die Vanillecreme ist ein Genuss!

Torta de la nonna 1Ich gebe es zu, ich bin ein Wintermuffel und es verlangt mich um diese Zeit nach Wärme, zartes Grün, erste Blüten und einem Hauch von Ferien. Dies ist auch meist die Zeit, in der ich Ferien plane oder mir Fotos vergangener Trips in den Süden.

In unserem Wintergarten reifen auch grade wieder die, von meinem Mann liebevoll gehegten, Zitronen. Sie verbreiten einen Hauch von südlichem Genuss und Erinnerungen an die toskanische Stadt Cortona und einem in einem Kellergewölbe eingebauten, gemütlichen Kaffee, wo wir einen hausgemachten Grossmutterkuchen geniessen durften.

Angeblich wurde diese Torte jedoch nicht von einer Grossmutter erfunden, sondern von einem Koch in einem Restaurant in Florenz, der sein Dessertangebot aufpeppen wollte. Es gibt jedoch noch eine andere Quelle die besagt, dass das Original-Rezept aus Arezzo stammt.

Sei es wie es will, diese cremige Torte mit den Pinienkernen hat es zu Weltruhm gebracht und begeistert auch mich. Wenn mich also das Fernweh nach Italien packt, dann ist es Zeit mir eine Torta della Nonna zu backen.

Hier das für Euch für den Thermomix® aufbereitete Rezept:

Torta della Nonna

(Für ein Blech à 26cm)

Zutaten für den Teig:
300 g Mehl
1 Eier
130 g Zucker
160 g Butter
1 TL Zitronenschale, abgeschält oder gerieben
1 TL Backpulver

Vanillecreme:
3 Eier
50 g Mehl
120 g Zucker
20 g Vanillezucker, selbstgemacht
½ Vanillestängel ausgekratzt
500 ml Milch
1 Zitronenschale dünn abgeschält

Dekoration:
50 g Pinienkerne
2 EL Milch
Puderzucker
Ofen auf 180°C vorheizen

Zubereitung:

Teig:

Zitronenschale und Zucker 20 Sek / Stufe 10 pulverisieren
Alle weiteren Teigzutaten dazu und für 30 sek/ Stufe 6 vermengen
In transparente Alufolie verpacken und im Kühlschrank ca. 30 min. ruhen lassen.

Vanillecrème:

In der Zwischenzeit die Vanillecrème zubereiten. Im sauberen Mixtopf nochmals Zucker, Vanillezucker und Zitronenschale 20 Sek / Stufe 10 pulverisieren.
Alle weiteren Zutaten dazu und für 7 min. / 90°C / Stufe 4 kochen.
Abkühlen lassen.

Fertigstellung:

Den Teig teilen (2/3 und 1/3) und 2 Rondellen (eventuell zwischen 2 Backpapieren, oder auf einer Backmatte) auswallen.
Mit ersten größeren Teighälfte das Blech belegen und Rand hochziehen und mit einer Gabel einstechen. Die Vanillecreme einfüllen und mit der 2. Teighälfte bedecken. Die Ränder abschneiden und mit Gabel verschliessen/dekorieren. auch Deckel mit Gabel einstechen) und mit Milch einpinseln.

Die Pinienkerne auf der Oberfläche verteilen und leicht mit den Händen andrücken, damit sie haften.

Bei 180°C für 30 Min. backen.

Auskühlen lassen und vor der servieren mit Puderzucker bestäuben und mit lieben Freunden geniessen.

Schwuppdiwupp – und weg sind sie

cookies

Als meine Cousine Heidi sich in den 90ern entschloss 2 Jahre zu uns in die Schweiz zu ziehen und Deutsch zu lernen, brachte sie auch einige Ihrer Amerikanischen Rezepte mit, die sie für uns kochte und backte. Ein Rezept stach hervor, denn es war einfach, sau-lecker und machte fast süchtig: Vanishing Oatmeal Cookies.

Dieses Rezept hatte sich leider irgendwann, wohl irgendwo in meinen hunderten von Rezeptheften/Blättern «verloren» und ich konnte es partout nicht mehr finden. Natürlich hab ich Sie bei meinem Besuch in der USA dieses Jahr nach dem Rezept gefragt und schon tierisch gefreut, dieses bei meiner Rückkehr auch auszuprobieren.

Jetzt wo es kühler geworden ist, passt es auch ganz gut, wobei essen könnte man diese Kekse das ganze Jahr über. Sie eignen sich bereits als schnelles Frühstück, als kleiner Energiehappen zwischendurch, oder auch als Betthupferl mit einer Tasse Milch oder Tee vor dem zu Bett gehen. Auf jeden Fall gehören sie zu der Kategorie «Comfort Food» / Essen für die Seele / Nervennahrung.

Sie sind jedoch nicht ganz ohne – viel Butter, viel Zucker und eine geballte Ladung Kohlenhydrate. Wer hier also etwas an Zucker sparen will – lässt einfach etwas davon weg. Die Cookies können jedoch gut in einer Keksdose 2-3 Wochen aufbewahrt werden, wenn sie denn so lange überleben. Bei uns waren sie «Schwuppdiwupp – einfach weg». Ich hab das Rezept nun Thermomix® tauglich gemacht.

Heidi’s Vanishing Oatmeal Cookies / Heidi’s Schwuppdiwupp-weg-sind-sie Haferkekse

250g Butter
1 cup / 180g Muskovado Zucker (Brauner Zucker)
½ cup / 115g Weisser Zucker
2 Eier
1 TL Vanillekonzentrat (nimm ein gutes Burbonvanille-Konzentrat, es lohnt sich)
1,5 cups / 180g Weissmehl
1 TL Baking Soda / Backnatron oder Backsoda
1 TL Ceylon Zimt
½ TL Salz
3 cups / 225g Vollkorn-Haferflocken (ich hab mittlere genommen, kleine gehen auch, auf grosse würd ich verzichten)
1 cup / 200g Rosinen

1. Ofen auf 170°C Ober-Unterhitze vorheizen
2. Alles bis und mit Vanilleextrakt im Mixtopf für 20 Sek / Stufe 4 mixen
3. Rest dazu und 40 Sek / Stufe 4 Linkslauf
4. ½ Stunde in den Kühlschrank geben, so lassen sie sich einfacher formen
5. Ca. 48 kleine oder 24 grosse Kugeln mit dem Eisportionierer formen auf ein Backblech geben und flachdrücken – nicht zu nah beieinander, denn die Cookies «zerfliessen» noch etwas
6. Ca 12 Min. bei 170°C leicht goldbraun backen
7. Auskühlen lassen und geniessen

ich geb’ es zu, so lange konnt’ ich auch nicht warten… einfach nur mmmmmh!

En guete! Wohl bekomms! Lasst’s Euch schmecken…