Protein “Nutella” oder Schokoladen-Hummus

Anfang jeden Jahres forsche ich nach den kommenden Food-Trends. Ich liebe es Neues zu entdecken und auszuprobieren, oder Altes wieder neu-interpretiert auftauchen zu sehen.

Einer der Food-Trends von 2021 ist Kichererbsen in jeglicher Form. Natürlich gehört Hummus auch dazu. Kichererbsen in süsser Form hab ich schon gegessen, mit Schokolade jedoch bisher nicht.

Daher musste ich einfach dieses Protein “Nutella” einfach mal probieren und es schmeckt uns durchaus gut.

Schokoladen- Hummus

1 Dose Kichererbsen, abgetropft 5-6 Datteln (ca.110-120 g) 40 g Mandeln, gerieben 30 g Tahini 30 g Kakaopulver 1/2 TL Vanillepaste, od. geriebene Vanille 30 g Ahornsirup 120 g Haferdrink (Cookidoo®️) od. Mandelmilch

Alles in den Mixtopf geben und ca. 1 Min / Stufe 7 mixen. Dazwischen eventuell kurz mit dem Spatel nach unten schieben.

Wer es süßer mag kann es mit etwas mehr Ahornsirup abschmecken.

Schokoladen-Hummus

En Guete!

Weihnachtliche Orangen-Wölkchen

Den Duft von Orangen gespickt mit Nelken verbinde ich unweigerlich mit Weihnachten. Orangen schälen mag ich hingegen nicht, denn ich mag das Gefühl von den Ätherischen Ölen in Verbindung mit dem Saft an meinen Händen nicht. Meine Katze, Chilli, übrigens auch nicht.

Daher esse ich Orangen selten, obwohl ich den Geschmack mag. Es ist auch nur um Weihnachten herum, dass ich mir die Mühe mache, eine Orange zu filetieren und zu einem Fruchtsalat oder, einer Crépe Suzette, in einer Orangensauce zur Ente oder einer Fruchtbeigabe zum Feldsalat hinzugebe.

Doch dieses Jahr hat es mich gepackt und ich wollte den frischen Geschmack von Orangen in einem Weihnachtlichen Gebäck einfangen. Herausgekommen sind diese Orangen-Wölkchen.

ORANGEN-WÖLKCHEN

250 g Mandeln geschält (alternativ 250 g weisse, geriebene Mandeln)
500 g Zucker (alternativ – 500 g Puderzucker)
2 Bio-Orangen (Saft von einer Orange, Schale abgeschält von beiden)
2 Eier
80 g Butter, weich
1 TL Vanillepaste
1/2 TL Salz
250g g Mehl
1 TL Backpulver

  1. Mandeln in den Thermomix® Mixtopf geben und 10 Sek. / Stufe 7 reiben, umfüllen und Topf spülen und trocknen. Wer bereits geriebene Mandeln nutzt, kann sich diesen Schritt sparen.
  2. 250 g Zucker in den Mixtopf geben und 10 Sek. / Stufe 10 pulverisieren und umfüllen. Mit den anden 250 g Zucker gleich verfahren.
  3. Abgeschälte Orangenschale in den Mixtopf geben und 2 Sek. / Turbostufe zerkleinern. Die Zesten mit dem Spatel nach unten stossen und den Vorgang noch 2x wiederholen, bis alle Schalen zerkleinert sind.
  4. Butter, 80 g Puderzucker, Eier, Vanillepaste und Salz hinzufügen und 2,5 Min. / 3 mit dem Rühraufsatz schaumig schlagen. Rühraufsatz entfernen.
  5. Orangensaft, Mehl, Backpulver und die geriebenen Mandeln hinzufügen und 30 Sek./ Stufe 5 mixen. Dabei den Spatel durch den Mixtopfdeckel geben und beim mixen im Kreis bewegen.
  6. Nun den Teig in eine Schüssel packen und 2 Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank geben.
  7. Mit einem kleinen Glacé (Eis) Kugel Portionierer kleine Kugeln formen und in dem restlichen Puderzucker drehen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Wer keinen Eiskugelportionierer hat, kann auch zwei Löffel nehmen und Walnuss-grosse Kugeln abstechen/formen.
  8. Im 175°C vorgeheizten Ofen (Ober-/Unterhitze) für 12-13 Min. backen und auf einem Gitter abkühlen lassen.
  9. Wenn sie nicht gleich konsumiert werden, in einer Kuchenschachtel trocken aufbewahren.

    Nun wünsch ich Euch fröhliches Backen und eine gemütliche Adventszeit.

Nussbrot Aschenbrödel

Als Kind haben mir die Geschichten die mutige und starke Frauen zeigten viel mehr imponiert, als irgendwelche Märchen, bei denen eine Prinzessin von einem Prinzen gerettet werden musste. Obwohl ich schon 52 bin, schaue ich mir zur Weihnachtszeit immer wieder gerne den Film „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ an. Dieses Aschenbrödel kann vieles besser als der etwas tollpatschige Prinz; sie kann besser jagen, besser klettern, besser Schneeball schiessen und dennoch ist sie ganz Frau. Darum ist dieses Brot dem Aschenbrödel gewidmet.

Zutaten:
1/2 Würfel Hefe (20 g)
1 EL Zucker
380 g Buttermilch
200 g Dinkelmehl, hell
300 g Halbweissmehl
2 TL Salz
1 EL Anis
75 g Haselnüsse
100 g Walnusshälften

Zubereitung:

  1. Buttermilch, Hefe und Zucker in den Thermomix® Mixtopf geben und 2 Min. / 37°C / Stufe 2 erwärmen.
  2. Dinkelmehl, Halbweissmehl, Salz und Anis hinzufügen und 2 Min. / Knetstufe kneten.
  3. Teig herausnehmen und auf einer Silikonmatte zu einem Rechteck auswallen, Nüsse darauf geben und erst von der langen Seite her aufrollen, dann zu einer Kugel formen. In eine Schüssel geben und bedecken. 1 Std. bei Raumtemperatur aufgehen lassen.
  4. Backblech mit Backpapier belegen.
  5. Teig kurz durchkneten und rund formen. Auf das vorbereitete Backblech geben und abdecken. Weitere 30 Min. gehen lassen.
  6. Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  7. Nussbrot 45-50 Min. bei 200°C backen. Auf ein Gitter geben und abkühlen lassen und geniessen.

Würzige Untermalung für Knackiges

Von Zeit zu Zeit hab ich richtig Lust auf etwas knackiges zwischen meinen Zähnen. Ich erinnere mich an meine Maturreise 1990 nach Prag. Damals hier das Land noch Tschechaslowoakei und war kommunistisch. Die verfügbaren Lebensmittel waren rationiert und überall gab es das Gleiche; Prager Schinken, Sauerkraut und Bortscht. Egal in welches Restaurant man ging und auf die Karte schaute – hiess, es das haben wir nicht, das gibt es derzeit nicht. Fragte man dann, was ges gibt, hiess es: „Prager Schinken, Sauerkraut und Borscht. In der Woche hatte ich nicht einmal etwas knackig Frisches in meinem Mund. Alles war gekocht und recht fettig. Als ich wieder in der Schweiz war, ass ich jeden Tag Salat und frische Früchte.

Zwei Jahre später in Cambridge landete ich bei einer vegetarischen Landlady. Die zwar nicht schlecht kochte, aber Salat ganz ohne Sauce servierte. In den Pubs hingegen, bekam man anstelle Sauce einfach ein Tütchen Mayonnaise hingestreckt. Das war mir dann doch zu fettig und ich ass den Salat auch dort ohne Sauce. Das lehrte mich zwar den Eigengeschmack von Gemüse und Salat besser schätzen zu lernen und später Maggi und Aromat nicht mehr ausstehen zu können, aber richtig gut geschmeckt hat es nicht. Ich hab übrigens meiner Landlady dann doch noch verschiedene Salatsaucen schmackhaft gemacht, nachdem ich ihr versicherte, dass es ok ist, wenn ich ihr beim Kochen helfe.

Schon mit vier durfte ich für meine Familie bei der Salatsauce helfen. Es nur umrühren, dann Gewürze hinzufügen und am Schluss bekam ich die alleinige Verantwortung. Die Liebe zu der richtigen Salatsauce zum richtigen Salat und knackigem zwischen den Zähnen ist geblieben.

Obwohl ich Mayonnaise lastige Saucen nicht all zu sehr mag, weil sie mir oft zu fettig sind, kann Mayonnaise eine Salatsauce doch eine gewisse Grundstuktur verleihen. Oft ersetzte ich sie jedoch, oder zum teil jedoch mit Joghurt, Frischkäse oder Quark, um das ganze etwas leichter und für mich doch auch bekömmlicher zu machen. Hier nun also mein Rezept für:

Karins leichtes Kräuter-Joghurt-Dressing (ca. 5 dl)

  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1/2 TL grobes Meersalz oder Kräutersalz
  • 1/2 Bund Petersilie, frisch und abgezupft
  • 1/2 Bund Dill, in 3cm Stücken geschnitten
  • 5 Stängel Schnittlauch, in 3 cm Stücken geschnitten
  • 120 g Mayonnaise
  • 180 g Griechischer Joghurt
  • 120 g Quark
  • 1 TL Worcestershiresauce
  • 1 TL Schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • 1/2 TL Weisser Balsamico oder Apfelessig
  • 1 EL Orangensaft
  • 1 EL Ahornsirup
  • ¼ TL Delikatess Paprika (e.g. von http://www.nanna.ch)
  • ¼ TL Cayenne Pulver
  • 1 Spritzer (ca halber TL) Tabasco
  • 60 g Buttermilch oder Milch
  1. Knoblauch und Salz in den Mixtopf geben und 5 Sek. / Stufe 7 zerkleinern. Mit Spatel hinunter stossen.
  2. Kräuter (sollten trocken sein) dazu und 10 Sek. / Stufe 7 zerkleinern. Mit Spatel hintunter stossen. Vorgang je nach dem wiederholen.
  3. Restliche Zutaten dazu und 40 Sek. / Stufe 3 verrühren.

Diese Sauce passt herrlich zu einem Nüsslisalat mit Ei, oder einem Gemischten Salat mit Mais, Rüebli etc. , oder als Dip für Chicorée-Blätter

Die Sauce sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden und hält sich ca. 3-5 Tage.

Endlich wieder backen

Heute durfte ich endlich aus meiner Corona Isolation. Seit letzte Woche mein Appetit wieder zurückgekehrt ist, träume ich von frischem Brot.

Meine Schwägerin hat mir vor Jahren mal ein Brotrezept vermacht, dass sie in einem Medidationszentrum (Felsentor) auf der Rigi kennenlernt hat. Dieses Rühr-Brot ist einfach zu machen und hat sehr gut geschmeckt. Außerdem steckt es voller herrlicher und gesunder Zutaten; Leinsamen für die Verdauung, Nüsse fürs Hirn etc.

Ich werde hier eine einfachere Version vorstellen und eine, die es mir nur der Thermomix® erlaubt, da ich damit auch Körner etc. vermahlen kann und so auch das volle Korn im Brot frisch habe. Auf den Bildern seht ihr zwei Brote, aber da die Menge für den Thermomix® zu viel ist, habe ich das Rezept halbiert.

Hier nun meine Version davon:

RÜHRBROT RIGI

Rezept ohne Thermomix®: Ihr braucht nur eine Schüssel und einen Rührlöffel

𖣘 3 dl lauwarmes Wasser 𖣘 10 g frische Hefe

Hefe in Wasser auflösen

𖣘 30 g Haferflocken 𖣘 85 g Roggenvollkornmehl 𖣘 30 g Kürbiskerne 𖣘 20 g Leinsamen, geschrotetem 𖣘 30 g Baumnüsse

Nach und nach darunterrühren

𖣘 1 gestrichener EL Salz 𖣘 225 g Ruchmehl ( ich hab Dinkelruchmehl genommen) 𖣘 150 g Weizenvollkornmehl und nochmals 𖣘 1,5 dL lauwarmes Wasser

Nun verrühren bis der Teig wie als Mörtel vom Rührlöffel fällt.

Nun den Teig ca. 2 Stunden zugedeckt, an einem nicht zugigen warmen Ort gehen lassen.

Noch ca. 10 Min. gegen lassen und im Ofen bei 220 °C Ober-/Unterhitze für 40-45 Min. backen. Auf Gitter auskühlen lassen und genießen.

Tip: Sämtliches Mehl kann auch mit Bauernmehl (eg. Coop) ersetzt werden.

Rezept für Thermomix:

Da ich nur ungeschroteten Leinsamen hatte, hab ich ihn direkt mit den Roggenkörnern vermahlen.

𖣘 85 g Roggenkörner 𖣘 20 g Leinsamen 𖣘 75 g Weizenkörner

In den Mixtopf geben und für eine Min. / Stufe 10 vermahlen. Umkehren und zur Seite stellen.

𖣘 300g Wasser 𖣘 10 g frische Hefe

Die Hefe für 2 Min. / 37 °C / Stufe 2 auflösen

𖣘 zermahlenes Mehl mit Leinsamen 𖣘 30 g Haferflocken

𖣘 1 gestrichener EL Salz 𖣘 225 g Ruchmehl ( ich hab Dinkelruchmehl genommen) 𖣘 150 g Weizenvollkornmehl und nochmals 𖣘 150 g lauwarmes Wasser hinzufügen

Für 2 Min. / Teigknetstufe verkneten

𖣘 30 g Kürbiskerne 𖣘 30 g Baumnüsse

Dazugeben und 20 Sek. / Stufe 3 vermischen. Der Teig kann entweder im geschlossenen Mixtopf gehen gelassen werden, oder in eine Schüssel umgekehrt werden

Nun den Teig ca. 2 Stunden zugedeckt, an einem nicht zugigen warmen Ort gehen lassen.

Ofen auf 220 °C aufheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen. Gut bemehlen und den Teig mit dem Rührlöffel auf das Mehl geben. Wieder gut bemehlen und mit den Händen zu einem Brotlaib formen.

Noch ca. 10 Min. gegen lassen und im Ofen bei 220 °C Ober-/Unterhitze für 40-45 Min. backen. Auf Gitter auskühlen lassen und genießen.

So nun bin ich erschöpft und werde mich ausruhen.

Über ein Feedback würde ich mich freuen!

DIE TOLLKÜHNE NONNA IN DER FLIEGENDEN KISTE

Zu meinem 50sten hab ich von meiner Familie und lieben Freunden einen Flug im Doppeldecker geschenkt bekommen. Ein langgehegter Wunsch.

Es gab 3 Filme, die mich zu diesem Wunsch inspiriert hatten: 1. Papermoon (ein Film mit einer Rotzfrechen Göre – Tatum O’Neal – die mich natürlich imponierte), 2. Out of Africa – (ein Liebesdrama mit der unvergesslichen Meryl Streep und Robert Redford, das in den weiten Savannen Afrikas spielt), 3. The Devine sSecrets of the Yaya Sisterhood – ein Film der die Kraft einer Frauenclique in den Südstaaten und das Aufarbeiten einer komplizierten Mutter-Tochter Beziehung zeigt)

In jedem dieser Filme gibt es eine Sequenz, wo die Heldin in einen Doppeldecker steigt und die Freiheit der Lüfte geniesst. Das wollte ich auch.

Ich hab es endlich, trotz Corona und nach 3x verschieben getan, ich bin im Doppeldecker, einer Schweizer Bücker von 1939, geflogen.

Ich war doch erst sehr aufgeregt und nervös. Warum? 1. Weil ich nicht ganz sicher war, ob sie mich wegen meinem Gewicht überhaupt mitnehmen und 2. hatte ich Angst, dass das echte Erlebnis meinen Vorstellungen davon nicht gerecht wird und ich enttäuscht sein werde. Was, wenn es nicht so wird, wie ich es mir immer ausgemalt habe?

Doch, es war genau so! Aber erst mal von Anfang an.

Nach der Anmeldung am Flughafen in Grenchen und einigen Hygienevorschriften warte ich in der kleinen Abflughalle auf meinen Piloten Rolf Bläsi. Dieser kommt recht légère daher mit Sandalen, Jeans und kurzem Hemd. Jacke brauch ich schon mal nicht auf meinem Flug. Es ist sehr heiss heute – über 30°C.

Der Einstieg ging mit etwas Anlauf dann doch ganz gut. Nur auf einem kleinen Streifen neben dem Rumpf darf man auftreten. Der Rest des Flügels ist mit Tuch bespannt.

Ich hab sogar eine Ledermütze mit Brille erhalten. Höhenmeter, Geschwindigkeitsmesser, Steuerung, Tankanzeuge (ein durchsichtiges Röhrchen hinter dem Propeller) etc. wurden mir erklärt. 
Die altmodischen Gurte und Schliessen wirkten nur bedingt Vertrauens erregend. Rolf hilft mir dabei sie anzuziehen.

Wohin es gehen soll, fragt mich Rolf mein Pilot…und „gell, wir machen schon ein paar Loopings“…..der Flug soll 40 Min. dauern.
Das Handy durfte ich mitnehmen, doch wohin damit ? und erst recht während dem Looping ?…etwas mulmig ist mir schon dabei… aber ich will es doch versuchen… wenn schon, denn schon.

Und schon läuft der Motor und die Propeller drehen sich. Es ist laut.

Wir rollen auf die Piste und schon kurz darauf sind wir in der Luft. Herrrrlich! 

Auf dem Höhenanzeiger sehe ich, wie die Maschine langsam auf 300m kommt. Perfekte Höhe! Man sieht noch viel! Schön ist es hier! Viele Felder Wälder, kleine Häuser und grosse Bauernhöfe und viel Weite. Unten schlängelt sich die Aare durch das weite Land.

Rolf zeigt mir links und rechts so einige kleine Sehenswürdigkeiten. Wir fliegen mit ca. 150 Sachen durch den Himmel. Hinter der Scheibe merkt man vom Wind nicht viel, doch beim links und rechts rausgucken ist er da. Auch an den dünnen Drahtseilen und den mit Stoff bezogenen Seitenflügeln ruckelt er ganz schön heftig. Aber ich fühl mich nicht nur sicher, sondern frei! 
Erst jetzt merke ich, dass ja auf meiner Lederkappe noch eine Brille sitzt. Damit geht es auch besser beim rausschauen. 

Um sich unterhalten zu können, drosselt Rolf kurz den Motor. Immer wieder fragt er mich, wie es mir geht. Toll, super, fantastisch, herrlich, ich geniesse in vollen Zügen und grinse übers ganze Gesicht vor mich hin.

Dann geht es Richtung Bielersee, wo sich tausende kleiner Boote tummeln. Und in den Häfen hat es noch mehr. Erlach hat eine tolle Altstatt und auch an Magglingen, der Sportschule, und dem Swatchgroup Hauptsitz fliegen wir vorbei. Zwei Gleitschirmflieger sind auf der selben Höhe wie wir, do wir lassen sie rechts liegen und fliegen weiter. 

Übrigens, es geht höher und höher bis 1000 Meter. Ich wappne mich schon. Rolf fragt mich jedoch nochmals, ob ich die Loopings noch machen will. Ich bejahe, auch wenn mir das Herz grad in die Hose rutscht. Mein Handy klemme ich im Gurt ein und halte mich an den Seitenstangen fest. Schon geht es mit 180 Sachen runter und wieder rauf, rauf, rauf und wir stehen Kopf, dann der Moment, wo der Magen kurz Salto macht und schon sind wie wieder gerade.

Dann eine Schraubdrehung nach rechts und eine nach links. 

Doch das schlimmste ist eindeutig der Looping mit halber Drehung. Doch das war’s dann auch. Mir geht es gut. 

Wir fliegen weiter Richtung Neuenburgersee und drehen nach links zum Murtensee, umkreisen die Altstadt von Murten. Ein wirklich hübsches Städtchen mit intakter Stadtmauer und Mauertürmchen, wie man sie von Rothenburg ob der Tauber auch kennt.

Erst jetzt revoltiert mein Magen. Ich hab Angst, dass mir das Mittagessen wieder hochkommt und das ganze tolle Erlebnis in einem Disaster endet.
Ich suche den Horizont und atme trief durch.. Vorne am Cockpit klemmt eine Kotztüte, doch ich brauch sie nicht. 

Wir fliegen zurück, über die riesigen Gemüsefelder des Seelands. Ich geniesse es wieder und bin glücklich diesen Traum verwirklicht bekommen zu haben.

Grade denke ich, eigentlich sind diese Maschinen früher oft auf Feldern und Wiesen gelandet oder gestartet, da sagt mir Rolf, dass wir nun zur Landung ansetzen. 

Der Flieger ist ein bisschen schief und die Landepiste scheint zu weit recht und zu tief unten. Kommt das gut? Er landet jedoch nicht dort sondern auf dem Grass daneben – der eigentlichen Landepiste. Er setzt so sanft auf und rollt auch so weiter, dass man es fast nicht merkt.

Schade, jetzt ist es auch schon wieder vorbei.

Das abschnallen und rausklettern ist dann nochmals etwas kniffelig. Ein paar letzte Fotos. Und ich muss Abschied nehmen, aber ich bin von dem Adrenalin und dem tollen Erlebnis noch immer auf einem absoluten Hoch. Grinse meinem Mann und meiner Mutter zu, die unten auf mich in der Hitze gewartet haben.