DIE OKTOPUS HERAUSFORDERUNG

pussi

Tintenfisch und ich, ich gebe es zu, das war nicht Liebe auf den ersten Blick. Die Vorstellung, dieser schleimigen Tentakel zu essen – speziell die Saugnäpfe, grausig.

Aber als jüngste und einziges Mädchen in unserer Familie, wollte ich meinen älteren Brüdern in nichts nachstehen. Als also mein Bruder Ralph erklärte, er mag Tintenfisch und Calamares, musste ich diese natürlich auch probieren.

Oft waren die Calamares und die Saugnäpfe, welche man hier in der Schweiz bekommt, jedoch auch eher wie Kaugummi mit leichtem Fischgeschmack.

Erst als wir öfter nach Italien gingen, entdeckte ich ein ganz anderes Oktopus Geschmackserlebenis, butterzart schmelzend, weich und lecker, ja so mag ich ihn. Auch beim Griechen bekommt man oft einen guten zarten Oktopus Salat, der grade im Sommer sehr frisch schmeckt. Dennoch, dass Kochen überliess ich gerne anderen.

Letze Woche hat mich jedoch ein spanischer Arbeitskollege herausgefordert. Die Aufgabe lautet:  Wer von uns zweien, macht den besseren Oktopus im Thermomix®?

Ich machte mich also an die Arbeit und recherchierte. Rezepte auf Cookidoo® habe ich vor allem in den Spanischen und Italienischen Foren gefunden. Danke Google Translation, waren diese auch schnell übersetzt.

Frischen Oktopus zu bekommen ist zwar nicht unmöglich, aber bedingt meist, dass man ihn beim Fischhändler vorbestellt oder ein Delikatessengeschäft in der Stadt mit Frischfischangebot aufsucht. So viel Zeit hatte ich aber nicht, so habe ich einen tiefgefrorenen gekauft. Nach dem Auftauen stellte es sich heraus, es waren 2 kleinere. Aber egal, da musste nun auch gehen.

Ich gebe es zu, es grauste mir noch immer die Dinger im ungekochten Zustand anzufassen. Ich hab also den Beutel aufgeschnitten und den Inhalt mehrmals mit Wasser gespült, bevor ich mich dran machte.

Hier nun mein aus verschiedenen Rezepten kombiniertes Okotopus Rezept:

Pulpo-Salat-mit-Stangensellerie

1 Knoblauchzehe
1 Bund frische Petersilie, die Blätter gewaschen und trocken getupft
3 frische Basilikumstengel, gewaschen und trocken getupft, Blätter abgezupft
5 frische Minzstengel, gewaschen und trocken getupft, Blätter abgezupft
60 g gutes Olivenöl extra virgine
2 Prisen Fleur-de-Sel
2 Prisen frisch gemahlener, weißer Pfeffer

600-700 g Wasser
4 Lorbeerblätter, getrocknet
2 Esslöffel grobes Salz
6 Pimentkörner
850 g frischer, sauberer und ausgenommener Tintenfisch ohne Saugnäpfe
100-150g Stangensellerie
1 Zitrone, Schnitze (optional)

  1. Knoblauch, Petersilie, Basilikum und Minze in die Schüssel geben und für 5 Sek./Stufe. 8 hacken.  Mit dem Spatel nach unten stossen.
  2. Olivenöl, Salz und Pfeffer zugeben, 10 Sek./Stufe. 4 vermischen. In eine Schüssel geben und beiseitestellen.
  3. Das Wasser, Lorbeerblätter, Salz, Pimentkörner und den Tintenfisch in den Mixtopf geben und kochen lassen: 45 Min./120°C/ Umkehrstufe- Saftrührstufe.
  4. Geben Sie den Tintenfisch samt seiner Flüssigkeit in eine große Schüssel und lassen Sie ihn vollständig abkühlen (siehe Tipps).
  5. Nach dem Erkalten den Tintenfisch aus der Flüssigkeit nehmen und abtropfen lassen und auf ein Schneidebrett legen. Schneiden Sie den Tintenfisch in Stücke (2-3 cm) und legen Sie ihn in eine Salatschüssel.
  6. Den Oktopus mit dem Kräuter-Dressing bestreuen, den Sellerie dazugeben und gut mischen.
  7. Zitronenschnitze dazu geben und diese nach Gusto über dem Salat auspressen.

Tipp: Um die Abkühlzeit des Oktopusses zu beschleunigen, tauchen Sie ihn in eine große Schüssel mit kaltem Wasser und Eis. Warten Sie, bis das Eis geschmolzen ist, lassen Sie es abtropfen und fahren Sie gemäß Rezept fort

Zurück aus Amish-Country, OH, USA

randy-fath-709439-unsplash

Photo by Randy Fath on Unsplash

Bei meinem Besuch in Ohio USA wollte ich umbedingt, Amish Country besuchen.

Die nach ihrem Gründer Jacob Ammann benannte christiliche Gemeindschaft, die Amish, enstand um 1640 in der Schweiz und in Süddeutschland. Diese täuferisch-protestantischen Gläubigen wurden verfolgt und wanderten schliesslich über Amsterdamm in die USA aus.  Die Amishen leben nach strengen Regeln und Worten der Bibel. Viele verzichten dabei komplett auf die „zivilisierten Neuerungen“ der modernen Welt, wie Elektrizität und Auto. Kleider werden noch von Hand genäht, der Boden mit Hilfe von Pferden gepflügt, Häuser und Scheunen von vielen Händen in kürzester Zeit erstellt. Die Gemeinschaft zählt. Gesprochen wird auch heute noch Pensilvania-Dutsch, dass dem Schweizerischen gar nicht so unähnlich ist.

Was mich an den Amischen aber auch fasziniert, ist ihren Glauben an eine gewaltfreie und einfache Lebensweise.

Meine Mutter und ich hatten das Glück nicht nur in diese wunderschöne Gegend zu fahren (the rolling hills around Millersburg and Berlin), sondern Dank meinem Onkel, der in Ohio lebt und einige Amish kennt, durften wir ein typisch Amishes Essen geniessen.

Mae, unsere Gastgeberin, hat eigens für uns eine deftige Mahlzeit vorbereitet. Als Vorspeise gab es einen herrlichen Salat, dazu selbstgebackene fluffige Weissbrötchen, selbst herrgestellte Butter und hausgemachte Marmelade. Komisch, aber dass schmeckt toll zum Salat.  Hier nun das Rezept:

Amish Salad

1 gekochter Maiskolben, Körner mit Messer abgeschabt und von Hand auseinandergezupft
1-2 Karotten, geraffelt (oder in Stücken im Thermomix® für 4 Sek / Stufe 5 hacken)
1-2 Handvoll Pekannüsse
1 roter Apfel, entkernt, geachtelt und in feine Scheiben geschnitten (oder geviertelt zus. mit Karotten hacken)
4 Salatherzen (Romana/Lattich/oder Krachsalat geht auch) in 1 cm feine Scheiben geschnitten
10-15 Erdbeeren (oder andere rote Beeren) / alternativ auch getrocknete Cranberries
1 Handvoll Heidelbeeren
150g Cheddarkäse (wenn es hat oranger) geraffelt

Alles bis uns mit Heidelbeeren abwechslungsweise in Schichten in eine Salatschüssel geben und mit dem Cheddar-Käse bestreuen.

Dazu passt ein Feines Joghurtdressing

200g Joghurt
2 TL Senf
60g Sonnenblumenöl
60ml Apfelsaft od. Orangensaft
1,5 TL Zitronensaft
1,5 TL Bio-Honig, flüssig
Kräutersalz und Pfeffer nach Geschmack

10 Sek / Stufe 5 – eventuell mit Gummischaber auf der Seite das Joghurt nochmals runterstossen und Vorgang wiederholen.

Die Gastfreundschaft und die herzliche einfache Art von Mae und ihrer Familie haben einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen – das Essen wohl – einige Pfunde mehr… egal, es war ein tolles Erlebnis.

Bloderkäs – nicht Blöder Käs!

Zum Bloderkäse bin ich gekommen, weil ich nach einem möglichst Fettfreien Käse gesucht habe, den ich während einer Diät essen konnte, die auf viel Proteine aber möglichst kein Fett baute. Beide Kriterien erfüllt der Blodderkäs.

Aber was ist Bloderkäse und wo bekommt man ihn? Bloder- oder Ploderkäse ist ein Sauer- oder Surkäse, der ohne Lab im Toggenburg/Werdenberg unter dem Namen mit selbst geronnener Milch hergestellt wird. Ich hab ihn letzte Woche frisch auf der Ebenalp vom Ueli und seiner Schwester an ihrem Stand abgekauft.

Ein Herr vor mir meinte er wäre ganz schlau und nannte den Käse Blöder Käs, der Ueli hat ihm aber ganz schnell gesagt, dass er da ganz falsch liegt: «Du kunsch ja nid drus» (Du verstehst ja gar nichts davon)

Natürlich kann ich nicht jeden Tag nach Toggenburg auf die Alp gehen – aber ich hab ihn früher schon einige Male im Coop in Rickenbach bei Wil an der Frischtheke gekauft. Wenn Ihr im Raum St.Gallen, Liechtenstein seid – schaut mal bei der Käsetheke oder einem Käsehändler Eurer Wahl nach, ihr findet ihn bestimmt.

Gegessen wird er meist zu Salzkartoffeln oder «Gschwellti» (Gesottene Kartoffeln mit Haut), zu Ribelmais, zu Brot, gemischt mit Teigwaren – Surchäsmagrone – oder er wird zum Überbacken von Teigwaren, Spätzli genutzt, als Salatgarnitur oder als Apéro- und Dessertplatte mit Früchten gereicht und vieles mehr.

Hier nun mal eine etwas exklusivere Art diesen Sauerkäse zu Essen:

Marinierter Bloderkäs auf Salat:

Marinade: 
1 EL getrocknete Ess-Blüten. 3 EL Wasser, 1 EL Zucker
Blüten in eine Schüssel geben. Wasser und Zucker in einer kleinen Pfanne aufkochen, über die Blüten giessen, ca. 30 Min. ziehen lassen

Zutaten:  
1.5 EL Zitronensaft, 3 EL Rapsöl, 0.25 TL Salz, wenig Pfeffer, 1 Bund Petersilie fein gehackt, 0.5 EL Thymian fein gehackt, 200 g Bloderkäse
Zitronensaft und Öl zur Marinade geben, gut verrühren, würzen. Petersilie und Thymian beigeben, gut verrühren. Käsescheiben auf einer Platte auslegen, Marinade darüberträufeln, zugedeckt ca. 1 Std. marinieren.

Auf Salat oder Tomatenscheiben anrichten oder als Apéro-Snack servieren.

Andenkörner und leichter Sommersalat

Ich mag Couscous und Quinoa sehr. Couscous ist mir jedoch manchmal etwas zu schwer, und daher weiche ich gerne auch mal auf Quinoa aus.

Das Andengewächs ist ja auch sehr gesund, sogar glutenfrei und wie ich finde, sehr bekömmlich. Seit es auch in der Schweiz angebaut wird, hab ich zudem nicht mehr so viel Skrupel dieses zu essen. Schweizer Quinoa gibt es in grösseren Coops zu kaufen.

Ich werde ab und an gefragt, ob man auch Quinoa im Thermomix® kochen kann. Kann man, und es gibt hierfür viele verschieden Methoden. Ich hab Euch hier meine bevorzugte Methode aufgeschrieben.

Quinoa gedämpft im Thermomix®:

200 g Quinoa

700 ml Wasser

1/2 EL Salz

1 EL Olivenöl

  1. Quinoa 3-4 mal gut durchwaschen, kneten und reiben – das löst die Bitterstoffe raus.  Den Quinoa in einem feinen Sieb abgiessen. Das Thermomix Garkörbchen eignet sich hierfür leider nicht, da die Löcher für den Quinoa zu gross sind. Das könnt Ihr allerdings umgehen in dem ich ein Passiertuch/Nusstuch in das Garkörbchen legt
  2. Quinoa in eine Schüsselgeben und mit Wasser bedecken. 15-30 Minuten stehen lassen.
  3. Damit die Körner beim Koch nicht in den Mixtopf fallen,  Backpapier so zuschneiden, dass es rund um das Garkörbchen passt. Dieses dann mit Wasser nass machen und kurz ausdrücken. Schliesslich das Garkörbchen damit «auskleiden» – (schaut Euch das Bild unten an)quinoa
  4. Garkörbchen in den Mixtopf geben und mit der Quinoa samt Einweichwasser befüllen. Zusätzlich 700ml Wasser hinzugeben.
  5. Jetzt das Olivenöl und das Salz über die Quinoa geben und den Mixtopf schliessen. Dann für 20 Min. / Varoma / Stufe 2 garen.*
  6. Das Garkörbchen mit dem Spatel herausheben und Quinoa in eine Schüssel geben und weiterverarbeiten oder so als Beilage servieren.

Für den Salat die Quinoa etwas ausdampfen lassen – geht schneller wenn man die Quinoa mit eine Gabel etwas verteilt und eventuell nach 5 min. nochmals etwas umrührt. Es ist nicht nötig den Mixtopf für die Sauce zu reinigen – einfach restliches Wasser abgiessen und mit Salatsauce fortfahren.

Ich mag die  Kombination von Salat und Früchten und Beeren, Nüssen und Sprossen. Grade im Norden, wird dies gross zelebriert, da dort Beeren auch als Vitamin Spender unentbeehrlich sind und oft auch als Kaltschalen/Suppen serviert werden. Ob frisch oder getrocknet – die roten, gelben und manchmal auch violetten Beeren bringen nicht nur Farbe auf den Teller, sondern können einem Gericht auch geschmacklich das gewisse Etwas (zum Beispiel eine Süss-Saure Note) verleihen.

Hier noch ein von mir Konzipiertes Quinoa Salat Rezept, mit dem Ihr Eure Gäste sicher beeindrucken werdet.

Sommer Quinoa Salat:

200g Quinoa,    nach Anleitung oben herstellen.

2-3 Zucchini*    in Mundgerechte Stücke schneiden

*für den Salat nach 10 Min.Kochzeit den Varoma mit den Zucchinistücken anstelle des Messbechers aufsetzen und zusammen mit dem Quinoa die letzen 10 Min. weiter dämpfen.

Während dem Ausdampfen die Salatsauce herstellen und die restlichen Zutaten zurechtschneiden.

Salat Sauce:

100ml Calamansi- Balsam- Essig (gibt es bei VOM FASS, alternativ Obstessig, oder Apfelessig benutzen)

20g Olivenöl

30 g Senf

100g Joghurt

1/ 2 TL Salz

Pfeffer, nach Geschmack (ich nehme Tellicherry Pfeffer)

2 Prisen Ceylon Zimt

20g Ahornsirup oder Agavensirup oder Honig

Alles in den leeren Mixtopf geben und für 10 Sek / Stufe 4 verrühren.

2 Handvoll Jungblattsalat oder Babyspinat

2-3 Pfirsiche, in Schnitzen

200g Feta, von Hand in kleine Stücke gebrochen

30g Cranberrys

Über den Quinoa Salat geben und mit Salatsauce nappieren.

Etwas Kresse oder Sprossen, optional

1 TL Thymian, frisch

Salat mit Sprossen und Thymian ausgarnieren.