Wenn die flotte Bergamotte auf Gin trifft

Bergamotte

Da sitzen sie nun schon seit einer Woche herum, 2 Bergamotten und warten darauf von mir verarbeitet zu werden.

Entdeckt hab ich sie bei einem innovativen Metzger hier in der Ostschweiz, der auch Feinkost und einige wenige Früchte und Gemüse anbietet.

Seit dem hab ich mir den Kopf zermartert, das Internet durchforstet und das ganze Vorhaben wieder vor mich hingeschoben. Gibt man Bergamotte in Google ein, dann heisst es natürlich, das die ätherischen Öle, welche man aus der Schale gewinnt vor allem zur Herstellung von Earl Grey nutzt und natürlich auch in der Naturkosmetik und der Aromatherapie.

Rezepte auf Deutsch findet man so gut wie keine. Die Bergamotte nimmt in der Küche neben der Zitrone und der Orange, wie auch der Clementine oder Mandarine, eine untergeordnete, ja fast nicht existente Rolle ein. Die arme Bergamotte. Da musste doch etwas zu tun sein.

So liess ich mich vom getränkten Zitronencake inspirieren und hab dem herben, leicht bitteren Geschmack der Bergamotte noch etwas Zitronenthymian und Gin zur Seite gestellt.

Bergamotte-Gin-Kuchen mit Earl Grey

Hier nun das Rezept:

Bergamotte-Gin-Kuchen

Zutaten:

225 g Zucker

2 Bergamotten, Zeste und Saft von einer

100 g Butter, weich

1 Prise Salz

2 Eier

100 g Mehl

1 1/2 TL Backpulver

50 g Mandeln gemahlen

2-3 TL Zitronenthymian, abgerebelt

3 EL Milch

30 g Gin

Zubereitung:

Ofen auf 175°C vorheizen und eine kleine Backform (e.g. 18 cm Springform oder kleinere Gugelhupfform verwenden) mit Backtrennmittel einfetten. Buttern und mit Mehl ausstäuben geht auch.

1. 100 g Zucker in den Mixtopf des Thermomix® geben und 10 Sek. / Stufe 1 mahlen. In eine kleine Schüssel geben. Wer keinen Thermomix® hat kann diesen Schritt auslassen und einfach 2x 50 g Puderzucker abwiegen und auf die Seite stellen.

2. 120 g Zucker und Zeste der beiden Bergamotten in den Mixtopf geben und für 10 Sek. / Stufe 10 zermahlen. Mit dem Spatel nach unten stossen und Vorgang eventuell für 5 weitere Sekunden wiederholen. Alternativ kann der Zucker und die Zeste auch in einem Mörser oder einer Küchenmaschine gut gemixt werden.

3. Die weiche Butter und das Salz hinzufügen und 20 Sek. / Stufe 3,5 schlagen. Alternativ mit einem Handrührgerät oder Mixer vermischen.

4. Eier dazu und nochmals 30 Sek / Stufe 3,5 gut vermengen. Es sollte kein Zucker mehr zu sehen sein und die Masse leichte Spitzen formen.

5. Mehl, Backpulver und Mandeln sowie den Zitronenthymian und die Milch dazu geben und 20 Sek. / Stufe 3 darunter vermischen.

Zitronenthymian

6. Die Teigmasse in die vorbereitete Form geben und für ca. 40-45 Min. In den Ofen (175°C Ober-Unterhitze oder 155°C Umluft) geben.

7. den Saft einer Bergamotte mit 50 g des zur Seite gestellten Puderzuckers und dem Gin vermischen und in einer kleinen Pfanne zum köcheln bringen. Leicht einköcheln und anschliessend auskühlen lassen.

8. Kuchen 5-10 Min. In der Form auf einem Gitter auskühlen lassen.

9. Mit einer Stricknadel oder einem Holzspiess kleine Löcher in den Kuchen stechen. Ruhig eng löchern und mit der Hälfte des Gin-Sirups begiessen. Jetzt in der Form fertig auskühlen lassen.

10. den Kuchen auf einen Teller oder Kuchenplatte stürzen.

11. Die restlichen 50g Puderzucker mit dem ebenfalls restlichen Sirup vermischen und über den Kuchen giessen.

Den Kuchen mit einer Tasse Earl Grey geniessen.

Walpurgis – Waldmeistersirup

Wenn ich an Waldmeister denke kommt mir automatisch der giftgrüne Wackelpudding in den Sinn, denn es früher ab und an bei uns gab. Diesen Pudding mussten wir eigens in Deutschland einkaufen, denn bei uns gab es damals das „grüne Giftzeugs“ noch gar nicht.

Auch durfte ich bei einem Besuch in Berlin eine Weisse mit Schuss, also Weissbier mit Waldmeister Sirup, probieren. Dieser war auch giftgrün und schmeckte für mich seifig. Dann doch lieber nur Weissbier ohne Schuss.

Erst später lernte ich, dass es sich bei Waldmeister um ein ganz feines Kräutchen handelt und dass ein selbstgemachter Sirup aus Waldmeister durchaus nicht giftgrün wird. Da wurde wohl beim Pudding und beim Sirup kräftig mit Lebensmittelfarbe nachgeholfen.

Nun was hat es denn mit Waldpurgis auf sich. Hier wurde ein ursprünglich Keltisches Fest, Beltane, verchristianisiert. Ursprünglich wurde dieses alt–nord-europäische Fest wohl bei der Sonnenwende also um den 21. März herum gefeiert, um die wärmere Zeit und den Neubeginn allen Lebens zu feiern. Dabei wurden Freudenfeuer auf den Höhen angezündet und mit Räucherungen, exstatischen Tänzen und Opfergaben ehrte man die Götter und die Ahnen. Man meinte das speziell in jener Nacht der Übergang von dem hier und jetzt zur Anderswelt (die Welt der Toten und Götter) sich vermischten. Auch wurden an Beltane oft neue Verbindungen eingegangen, Fruchtbarkeitsrituale vollzogen und Paare sprangen gemeinsam über das Feuer um ihre Partnerschaft zu stärken.

Dies alles wurde im Mittelalter und auch später noch von den Christen als Hexenzeugs verteufelt. Kräuterkundige, alte Frauen spielten beim Räuchern und den Zeremonien oft eine wichtige Rolle. So reinigten sie mit einem Reisigbesen magische Plätze und grenzten diese mit Weidenruten zum Schutz ein.

Die heilige Walpurga war eine englische Äbtissin, deren Heiligsprechung am 1. Mai stattfand. An den Tagen um den 1. Mai – den Walpurgatagen wurden und werden auch heute noch die Glocken gegen das Böse geläutet. Aus Beltane wurde schliesslich die Walpurgisnacht und vielerorts wird dies mit einem Tanz in den Mai (am 30. April auf den 1. Mai) um den Maibaum gefeiert.
Auch da lernen sich heuer noch viele Paare kennen ;)…und es wird wohl auch da nicht alles ganz koscher zu und her gehen….

Doch auf dem Bocksberg wird Walpurgis noch mit viel Tamtam von Schamanen, Druiden, vermeintlichen Hexen etc. gefeiert. Im stillen oft einfach um ein kleines Räuerwerk, ein Feuer im Garten wohl auch von der einen oder anderen Kräuterfrau…..

Was oft an diesen Tagen jedoch getrunken wird, ist Waldmeister Sirup und Bowle.

Ich wollte ja diese Jahr mit dem berühmten Schweizer Chrüteroski, Oskar Marti, auf eine Kräuterwanderung gehen, die leider nun wegen Corona abgesagt wurde. Ich habe mir im Vorfeld das Buch “ Schweizer Naturküche“ von Oskar Marti und Winfried Heinze gekauft. Dieses gibt nicht nur ein kurzes Wildkräuter Portrait, Tipps und Tricks zum Sammeln, sondern auch viele seiner liebsten Rezepte.Wunderbar Fotorgrafiert von Winfried Heinze

An Walpurgis wird oft die Maibowle getrunken, die ja auch mit Waldmeister hergestellt wird. Diesen habe ich wie vom Chrüteroski empfohlen eingefroren und verwendet. Ich wusste, dass man ihn anwelken lassen sollte, aber das Einfrieren war mir neu. Später las ich in einem Blog, das wohl eine Kombination aus beidem, dem anwelken lassen und anschliessendem frieren, das beste Ergebnis bringt.
Ich hab nun in meinem Sirup sowohl gefrorene, wie aus angewelkte Waldmeisterstängel drin.

Zum Anwelken einfach die Waldmeisterstängel auf einem Kräutertrockner oder Backgitter für einige Stunden oder über nacht anwelken lassen.

Waldmeistersirup nach Oskar Marti

1 kleines Sträusschen Waldmeister, gefroren
1 1/2 L Wasser
1 kg Zucker
30 g Zitronensäure (aus Drogerie oder Apotheke)
1 1/2 Bio-Zitronen
1 Msp. Natriumbenzoat (ebenfalls aus der Drogerie und Apotheke)*

*ich hab es sowohl in Drogerie und Apotheke versucht zu bekommen – war nicht möglich und ich musste es online bestellen. Wenn es jedoch nicht rechtzeitig kommt, lass ich es weg
Natriumbenzoat verhindert, dass eine Gärung entsteht und die Flaschen platzen können. Sirupe werden dadurch 1 Jahr haltbar

Zubereitung:

Wasser und Zucker so lange kochen, bis die Lösung klar ist. Auskühlen lassen, Zitronensäure mit etwas Zuckersirup anrühren und zum restlichen Sirup geben. Die Zitronen in Scheiben schneiden und mit dem Waldmeistersträusschen zusammen in den Sirup geben.
Zugedeckt für 5 Tage kühl stellen. Zischendruch 2-3 mal umrühren und nach 5 Tagen eine Messerspitze Natriumbenzoat mit Sirup angerührt untermischen. Den Sirup abseihen und in Flaschen füllen. Kühl aufbewahren.

TIPP:
Waldmeistersirup kann für das Marinieren von Beeren, Früchten, Melonen und Rhabarber verwendet werden. Es schmeckt ausgezeichnet als erfrischendes Getränk an heissen Sommertagen. Einfach mit Mineralwasser oder Wasser aufgiessen und nach Belieben etwas Zitronen- oder Orangensaft dazugeben. Oder überraschen Sie Ihre Gäste mit einer klassischen Maibowle.

 Auch für verschiedene Puddings kann der Sirup verwendet werden oder in kalter Buttermilch schmeckt der Sirup sehr lecker.

Wie feiert ihr Walpurgis dieses Jahr? Hier sollen übrigens regnen, was Glück bringen soll.

«Regen in der Walpurgisnacht hat stets ein gutes Jahr gebracht» alte Bauernregel

Ich glaub, dies kann dieser Planet mit all seinen Bewohnern grade sehr gut brauchen…

Brennnessel-Zucchini-Wölkchen

Brennesseln, wer hätte das gedacht, dass ich das jemals freiwillig pflücken und essen würde.

Wer mag sich nicht erinnern, sich als Kind an den Nesseln kleine „Brandwunden“ zu holen. Seit da machte ich eigentlich einen grossen Bogen um die Brennesseln.

Ok, als Tee oder in Teemischungen konnte man das ja noch akzeptieren. Ach ja, Brennessel-Haarwasser ging auch…für den Glanz.

Diese schnöde Verachtung hat diese Super-Superfood-Pflanze nicht verdient, denn sie enthält ca. 7x mehr Vitamin C als Zitrone, 40% mehr Eiweiss als die Sojabohne, 2x mehr Eisen als Spinat und 5x mehr Kalzium als Milch.

Zudem enthalten die Brennnesselblätter auch die Vitamine B und K, die Mineralstoffe, Kalium, Magnesium und Beta-Carotin, ätherische Öle, organische Säuren und Kieselsäure.

Dieses vielseitig verwendbare Kraut, wird zu unrecht als Unkraut bezeichnet. Auch Schmetterlinge 🦋 schätzen die Brennnessel so sehr, dass sie auf den Rückseiten der Blätter gerne ihre Eier platzieren. Die Raupen geniessen den kraftvollen Snack sehr.

Zum Pflücken nimmt man am besten Leder-Gartenhandschuhe, oder eine Spaghetti-Zange und Schere. Oder, wer mutig ist, streicht von unten nach oben mit der Hand den Stiel herauf und knipst dann den Stängel ab.

Das in den Stacheln enthaltene Gift ist übrigens gesund. Um die Haare der Brennnesseln zu brechen, kann einfach mit einem Nudelholz über die Pflanzen gewalzt werden, oder die im Stoffsäckchen gesammelten Pflanzen, samt Säckchen mehrmals an einen Baumstamm schlagen.

Zum folgenden Rezept hab ich mich durch ein Live-Video auf Facebook von Francesca Bonicollini in der Gruppe “Authentically Italian Food & Recipes” inspirieren lassen. Francesca nennt ihre frittierten Zucchini Bällchen “ Fritelle di Zucchine”. Sie macht diese mit Basilikum und Pecorino Käse.

Ich wollte jedoch meinen heute gesammelten Brennesseln verwerten. Diese hab ich gut gewaschen und in einem Küchentisch getrocknet.

BrennesselZucchini-Wölkchen

2 mittelgroße Zucchini

150 g Parmesan (oder harter Bergkäse)

3 Eier, getrennt

4 Handvoll Brenesselblätter

3 EL Mehl

Sonnenblumenöl zum frittieren

Kräutersalz, Pfeffer, 1 Prise Cayenne, 2 Prisen Muskat, frisch gerieben

1. Zucchini an einer groben Rösti-Raffel reiben, mit Kräutersalz grosszügig würzen, kurz durchkneten und in ein Sieb geben und das Sieb über eine Schüssel hängen. Mind. 1 Stunde, besser 3 Stunden “schwitzen” lassen.

2. Zucchini gut ausdrücken und in eine Schüssel geben. Mit Eigelb, frisch geriebenem Käse, den fein grob gehackten Brennnesselblättern mischen.

3. Mit Cayenne, Muskat und frisch gemahlenem Pfeffer würzen

4. Mehl darüber streuen und vermischen

5. Eiweiße steif schlagen

6. Eine Pfanne ca. 4-5 cm hoch mit Sonnenblumenöl befühlen und erhitzen.

7. So bald das Öl heiss ist, das steife Eiweiss unter die Zucchini-Brennnessel-Mischung geben und vorsichtig unterziehen.

8. Jetzt mit einem Esslöffel kleine Nocken portionieren und in das heiße Fett geben. Achtung, es könnte eventuell spritzen. Besser ist es nur 4-5 Nocken/Wölkchen auf einmal zu frittieren.

9. Die Wölkchen nach ca. 2-3 Min. drehen (sobald sie unten leicht golden braun sind). Ist auch die zweite Seite golden, die Wölkchen mit einer Schaumkelle aus dem Fett heben, abtropfen lassen und auf Küchenpapier geben, um überschüssiges Fett aufzufangen.

10. Die fertig frittierten Wölkchen in eine Ofenfeste Schüssel geben und im 50°C heissen Ofen warm halten, bis der Rest frittiert ist.

Wölkchen mit einem Salat servieren.

Hoffmann, Dr. Heinrich (1809-1894)

Brennessel, verkanntes Kräutlein

Brennessel, verkanntes Kräutlein, Dich muß ich preisen,
Dein herrlich Grün in bester Form baut Eisen,
Kalk, Kali, Phosphor, alle hohen Werte,
Entsprießend aus dem Schoß der Mutter Erde,
Nach ihnen nur brauchst Du Dich hinzubücken,
Die Sprossen für des Leibes Wohl zu pflücken,
Als Saft, Gemüse oder Tee sie zu genießen,
Das, was umsonst gedeiht in Wald, auf Pfad und Wiesen,
Selbst in noch dürft´ger Großstadt nahe Dir am Wegesrande,
Nimms hin, was rein und unverfälscht die gütige Natur
Dir heilsam liebend schenkt auf ihrer Segensspur!

Buon Appetito!

Giersch – Quiche auf den Tisch

Meine Wildkräuterkunde hat mich endlich darüber aufgeklärt, wie ich Giersch erkennen kann und siehe da, er ist tatsächlich zu Hauf in unserem Garten zu finden.

Das unser Gartenmäher noch nicht läuft tut dem Wildgemüse und den Frühlingswildkräutern gut. Sie sprießen und wachsen fröhlich vor sich hin und warten darauf von mir entdeckt zu werden.

Mit 3 x 3 bist auch Du beim Giersch dabei:

Giersch soll sehr gesund sein, so enthält er viele Vitamine und Mineralien: 15 x soviel Vitamin C wie Kopfsalat, 4x soviel wie Zitronen und doppelt so viel wie Rosenkohl. Giersch ist zudem reich an Eisen, Kalium, Magnesium, Calcium, Zink, Bor, Kupfer, Mangan, Titan und Kieselsäure.

Schmecken tut er nach Karotten 🥕 und 🌿 Petersilie mit denen er auch verwandt ist.

Er kann zu Salat hinzugefügt werden, schmeckt hervorragend zu Kartoffeln oder auch klein geschnitten in einem Dip oder in Suppen. Ich hab mich jedoch heute entschieden ihn zu einer Quiche zu verarbeiten.

Giersch-Quiche

Teig:

170 g Butter, kalt in Stücken

250 g Mehl

1 TL Salz

200 g Quark

Alles zusammen in den Mixtopf des Thermomix® geben und für 20 Sek. / Stufe 4 mixen. (Oder von Hand zu einem geschmeidigen Teig verkneten)

Teig eine halbe Stunde zugedeckt im Kühlschrank ruhen lassen. Ofen auf 200°C vorheizten.

Ein Kuchenblech (26-28cm) mit Backtrennmittel einpinseln und die Hälfte des Teiges etwas größer als die Form auswallen. Ausgewalzter Teig auf das Backblech geben.

Füllung:

120 g Milder Albkäse in Stücken

50 g Sprinz/ Hartkäse oder Parmesan, in Stücken

Zusammen in den Mixtopf geben und für 10 Sek. / Stufe 10 reiben. 3/4 davon auf den Teigboden geben und den Rest in eine Schüssel füllen.

8-10 Handvoll Giersch oder Frühlingswildkräuter gemischt (Brennessel, Löwenzahn, Gundermann, Scharbockskraut, Gänseblümchen)

In sprudelndem Wasser 2-3 Min p. blanchieren, abgießen, gut ausdrücken. Im Mixtopf für 3 Sek. / Stufe 5 klein hacken oder mit einem Messer kleinschneiden. In eine Schüssel geben.

1 große Zwiebel, geviertelt

2 Knoblauchzehen

2 EL Olivenöl extra virgine oder Sonnenblumenöl

Zusammen in den Mixtopf geben und 4 Sek. / Stufe 5 hacken. Mit dem Spatel nach unten schieben und für 2 Min./100°C/Linkslauf Stufe 1 dünsten. Alternativ, Zwieben und Knoblauch in einer Pfanne mit Öl glasig dünsten.

250 g Rahm

4 Eier

1 TL Salz

1/2 TL Cayenne

Kräftige Prise Pfeffer

2 Prisen Muskatnuss (nach Geschmack)

Alles Zusammen mit dem geschnittenen Giersch zu den Ziebeln geben und 20 Sek./ Linkslauf Stufe 3 vermischen und über den mit Käse bestreuten Teigboden giessen und mit restlichem Käse bestreuen.

Auf mittlerer Schiene in den auf 200°C vorgeheizten Ofen (Ober/Unterhitze) geben und für 30 Min. backen.

Zu einem Tomatensalat reichen.

Also Giersch wächst von Frühling bis Herbst. Diese Quiche wird es sicher wieder geben.

Bärlauch Baumnuss Fougasse

Letzten Sonntag wurde ich reich beschenkt. Ich durfte bei meiner Freundin im Garten so viel Bärlauch pflücken, wie ich wollte und mich im Keller an den Baumnüssen bedienen, die über den Winter gut getrocknet sind.

Beides Bärlauch wie Baumnüsse sind ja kleine Kraftpakete, die uns gut tun. So hilft der Bärlauch nicht nur unserem Stoffwechsel und der Verdauung, entgiftet den Körper und vermag den Blutdruck, wie auch das Cholesterin zu senken, sondern hilft unserem Immunsystem mit seinem hohen Eisen, Vitamin C gehalt.

Baumnüsse hingegen sind voller Antioxidantien und verbessern die Blut- und Fettwerte. Sie lassen uns gesund altern und sind reich an Omega-3-Fettsäuren.

Es hätte nahe gelegen aus beidem ein Bärlauch-Pesto zu zaubern, aber ich hab mich für eine Fougasse, ein provenzialisches Brot, entschieden, das mit seiner Form an ein Blatt erinnert.

Bärlauch Baumnuss Fougasse

150 g Wasser
20 g Hefe, frisch zerkrümelt
50 g Olivenöl, extra vigine
1 TL Ahornsirup

alles zusammen in den Mixtopf des Thermomix® geben und für 2 Min. / 37°C / Stufe 2 vermischen.

250 g Halbweissmehl
20 g Hartweizengriess
12 g Salz
30 g Bärlauchblätter, fein schnitten, frisch

in den Mixtopf geben und 2 Min. / Knetstufe kneten.

30 g Baumnüsskerne

dazugeben und nochmals 15 Sek. / Knetstufe kneten. Teig in eine geölte Schüssel geben und für 1- 1, 5 Stunden ums doppelte aufgehen lassen.

Teig auf eine gut bemehlte Oberfläche geben, mit Mehl bestreuen und vorsichtig mit den Fingern ca 1,5 cm dick stupsen – dabei möglichst eine Blattform bilden. Nun mit einer Teigkarte oder einem Messer mehrmals einschneiden, so dass ein Blattmuster entsteht. Auf ein Backstein oder ein mit Backpapier belegtes Backblech geben und mit einem Tuch zudecken.



Ofen auf 250°C vorheizen.

Olivenöl und Fleur de Sel

Nun das Blatt mit dem Olivenöl bestreichen und mit dem Fleur de Sel bestreuen. In den Ofen schieben und mit einer Sprühflasche einige Stösse Wasser in den Ofen sprühen. Die Fougasse 15 Min. bei 250°C Ober-/Unterhitze backen. Aus dem Ofen nehmen und lauwarm oder kalt mit einem guten Glas Weisswein geniessen.

Radieschengrün und Randenrot

Der Frühling tut sich noch schwer und der Winter will noch nicht gehen. Doch erste Frühjahrsboten melden sich schon. Die ersten Wildkrauter, wie Ganseblümchen, Scharbockskraut, Giersch und Gundelrebe drängen schon nach oben. Von den meisten Menschen unbeachtet und als Unkraut oder nutzloses Grün verachtet sprießen diese kleinen Kraftpackete doch Jahr um Jahr.

Auch das Radieschengrün wird leider oft einfach in den Müll geschmissen oder landet auf dem Kompost. Dabei enthalten sie Kalium, Eisen, Vitamin a, B1, B2 und C, sowie Magnesium und Senföle. Manche dieser Stoffe sind sogar höher konzentriert als in den Knollen.

Die Blaätter können gut in Smoothies, zu Suppe oder in Dips verarbeitet werden. ich habe mich jedoch für ein Pesto entschieden.

Radieschengrün Pesto

1 Bund Radieschenblätter
1 Handvoll Wildkräuter ( optional, eg. Scharbockskraut, Gundelrebe, Giersch, Gänseblümchen)
80 g Parmesan, in Stücken
80 g Olivenöl, extra virgine*
50 g Sonnenblumenkerne
1/2 Zitrone, Saft und Zeste (Schale gerieben)
1kl Knoblauchzehe
Himalayasalz oder Steinsalz
Pfeffer

1. Radieschenblätter und Wildkräuter waschen und trockenschleudern, bzw. mit einem Küchentuch trocknen.

2. Parmesan in den Mixtopf geben und 10 Sek. / Stufe 10 reiben. In ein Schüsselchen lehren.

3. Sonnenblumenkerne in eine Pfanne helbraun rösten.

4. Kräuter und Knoblauch in den Mixtopf geben und 3 Sek. / Stufe 10 zerkleinern. Mit dem Spatel nach unten schieben.

5. Restliche Zutaten dazugeben und für 20 Sek. / Stufe 7 zerkleinern.

Radieschengrün Pesto in ein Glas geben und mit Olivenöl bedecken oder zu Pasta reichen. Für die Fotos habe ich das Pesto auf die Pasta gegeben, weil es schöner ausschaut. Ein geschmacklich besseres Resultat erhält man jedoch, wenn man das Pesto leicht in einer Pfanne erwärmt und etwas von dem Pastawasser dazugibt, dann die Pasta abgetropft in die Pfanne geben und mit dem Pesto überziehen.

*(Unbezahlte Werbung) Ich verwende am liebsten das Olivenöl von Nocellara D.O.P. http://nocellara.ch

Randenrote Pasta

(für 3-4 Portionen)

200 g Weissmehl (405 oder 00)
100 g Hartweizengriess (Ich hab Semola per Pasta von Sapori genommen)
2 Eier
50 g Randensaft (Rote Beete Saft)
1 EL Olivenöl
1 TL Himalayasalz

Alles zusammen in den Mixtopf geben und für 2 Min. / Knetstufe kneten. Anschliessend den Teig 30 Min. zugedeckt ruhen lassen.
Auswallen und zu Tagliatelle oder anderer Pasta formen. Achtung Teig ist recht feucht, er verträgt noch viel Mehl oder Semola beim Verarbeiten. Pasta in sprudelnd-heissem Salzwasser gar kochen. Achtung dauert nicht lange.

TIPP: Wer ein noch roteres Ergebnis haben möchte kann mit dem Wasser noch 1,5 dl Randensaft aufkochen und darin die Pasta kochen.