Apple to the eye, Bluäscht und Brot “Thurgau”

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Heute war ein Prachts-Frühlingstag. Ich durfte heute durch das wunderschöne Thurgau fahren mit seinen vielen blühenden Obstbäumen, die im wahrsten Sinne ein “Apple for the eye” (eine Augenweide) waren.

Der Thurgau ist für seine Obstbäume bekannt und hat den Übernamen “Most-Indien”. Warum? Weil hier unter anderem aus Äpfeln und Birnen Most (Apfelsaft) hergestellt wird. Wer den Ursprung dieses Namens ganz genau nachlesen will, der kann das hier tun.

Die “Bluäscht”, wie wir Schweizer diese Blütenpracht im Frühling nennen, hat mich auch zu folgenden Brotrezept inspiriert.

Brot fertig

BROT “THURGAU”

Zutaten

1 Apfel
480 g Wasser
15 g Hefe
1 TL Honig
320 g Dinkelvollkornmehl
380 g Halbweissmehl (Typ 550)
2 TL Salz
130 g Baumnüsse (Walnüsse)

Zubereitung

Den Apfel achteln und in den Mixtopf geben und für 5 Sek. / Stufe 5 zerkleinern und umfüllen.

Das Wasser, den Honig und die Hefe in den Mixtopf geben und für
3 Min. / 37° C / Stufe 1 auflösen. Mehl und Salz dazu geben und für
4 Min. / Teigstufe zu einem Teig verarbeiten. Die Nüsse dazugeben und nochmals 1 Min. / Teigstufe kneten.

Es ist ein sehr weicher Teig, nicht wundern. Den Teig in eine Schüssel füllen, abdecken und 1 Stunde gehen lassen. Durch den Apfel wird das Brot sehr luftig.

Die Arbeitsfläche gut mit Mehl bestreuen, den Teig noch einmal durchkneten, formen, entweder in einen Gusseisentopf, einen Römertopf oder den Zaubermeister legen, mit Mehl bestreuen. Deckel drauf, nochmals 15 Minuten gehen lassen. Vor dem Backen einschneiden.

Den Topf zugedeckt in den kalten Backofen auf der untersten Schiene bei 240°C Ober- und Unterhitze ca. 50 Minuten backen.

brot angeschnitten

Unendliche Möglichkeiten – Flammkuchen

Oval ausgerollte Teigstücke wurden ursprünglich im Elsass am Backtag als Hitze-Test in die noch lodernden Flammen des Holzofens gegeben und gebacken, um zu sehen, ob der Ofen bereits die richtige Temperatur hatte. Irgendwann wurde dann Crème Fraîche, Zwiebeln und Schinken oder Speck daraufgegeben und eine neue regionale Delikatesse war geboren – «La Tarte Flambée» – der Flammkuchen.


Heute erfreut sich diese «Französische dünne Pizza» auch an Märkten und in Restaurants weltweit grosser Beliebtheit und kommt in vielen abgewandelten Variationen daher.

Wenn ich Abends ein schnelles Gericht machen möchte, oder für meine Gäste ein origineller Vorspeisehappen anbieten will, dann ist ein Flammkuchen eine gute Wahl. Dazu ein Salat und der Abend perfekt. Den Teig bereite ich dabei fix in meinem Thermomix® nach immer dem gleichen Rezept zu. Er kann natürlich auch mit einer anderen Küchenmaschine geknetet werden.

Auch Crème Fraîche gehört einfach darauf. Was ich jedoch oft je nach Lust und Jahreszeit ändere ist der Belag.

Flammkuchen-Teig:

250g     Weissmehl (405) oder helles Dinkelmehl
30g      Olivenöl

120g     Wasser

¼ TL    Salz

Alles in den Mixtopf geben und für 1 Min. / Knetstufe kneten.

In Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank für 30 min. ruhen lassen – kann auch gut einen Tag im Voraus gemacht werden. Crème Fraîche mit etwas Salz, Pfeffer und frisch geriebenen Muskat (2-3 Prisen) vermengen und auf den ausgewallten Teig geben. Diesen wall ich auf dem Zauberstein von Pampered Chef aus. Ihr könnt den aber auch einfach auf ein mit Backpapier ausgelegtem Ofenblech geben. Dann nach Belieben belegen (siehe unten)

Backofen auf 240-250°C vorheizen und den Flammkuchen ca. 20 min. backen, bis er schön kross ist. In Stücke schneiden und geniessen.

Belag-Varianten:

Im Frühling  liebe ich es frische Erbsen, Sprossen, oder Spargel darauf zu tun.

Im Sommer dürfen es dann Zucchini und Peperoni/Paprika Streifen oder Cherry Tomaten sein, getoppt mit Ruccola.

Im Herbst kommt Kürbis darauf und im Winter darf es auch mal Wurzelgemüse wie Randen (Rote Beete), Karotten oder Pastinaken sein.

Auch gebe ich gerne noch zusätzlich verschiedenen Käse wie, Munster (wenn ich ihn bekomme), Ziegenkäse (Chavroux – Tendre Bûche) , Feta, oder gehobelten Gruyère und Vacherin darauf.

Auch Früchte wie Apfel, Feigen und Birnen gepaart mit Baumnüssen, gehackten Haselnüssen können je nachdem auch einer salzigen Variante einen gewissen Tick geben.

Da ich nicht so eine «Süsse» bin, halte ich mich von gezuckerten Varianten fern, aber da gäbe es sicher auch ganz tolle Kombinationen.

Heute musste ich noch einige Zucchini verwerten. Diese hab ich mit roten Zwiebeln, Pilzscheiben, Poulet-Geschnetzeltem und Ziegenkäsescheiben (Chavroux – Tendre Bûche) auf den vorbereiteten Teig gegeben. Nochmals mit Salz und Pfeffer gewürzt und nach dem Backen mit Schnittlauchröllchen bestreut. War super lecker.

Guten Apétit!

 

 

Mmmh Torta della Nonna, alleine die Vanillecreme ist ein Genuss!

Torta de la nonna 1Ich gebe es zu, ich bin ein Wintermuffel und es verlangt mich um diese Zeit nach Wärme, zartes Grün, erste Blüten und einem Hauch von Ferien. Dies ist auch meist die Zeit, in der ich Ferien plane oder mir Fotos vergangener Trips in den Süden.

In unserem Wintergarten reifen auch grade wieder die, von meinem Mann liebevoll gehegten, Zitronen. Sie verbreiten einen Hauch von südlichem Genuss und Erinnerungen an die toskanische Stadt Cortona und einem in einem Kellergewölbe eingebauten, gemütlichen Kaffee, wo wir einen hausgemachten Grossmutterkuchen geniessen durften.

Angeblich wurde diese Torte jedoch nicht von einer Grossmutter erfunden, sondern von einem Koch in einem Restaurant in Florenz, der sein Dessertangebot aufpeppen wollte. Es gibt jedoch noch eine andere Quelle die besagt, dass das Original-Rezept aus Arezzo stammt.

Sei es wie es will, diese cremige Torte mit den Pinienkernen hat es zu Weltruhm gebracht und begeistert auch mich. Wenn mich also das Fernweh nach Italien packt, dann ist es Zeit mir eine Torta della Nonna zu backen.

Hier das für Euch für den Thermomix® aufbereitete Rezept:

Torta della Nonna

(Für ein Blech à 26cm)

Zutaten für den Teig:
300g Mehl
1 Eier
130 g Zucker
160 g Butter
1 TL Zitronenschale, abgeschält oder gerieben
1 TL Backpulver

Vanillecreme:
3 Eier
50 g Mehl
120 g Zucker
20 g Vanillezucker, selbstgemacht
½ Vanillestängel ausgekratzt
500ml Milch
1 Zitronenschale dünn abgeschält

Dekoration:
50 g Pinienkerne
2 EL Milch
Puderzucker
Ofen auf 180°C vorheizen

Zubereitung:

Teig:

Zitronenschale und Zucker 20 Sek / Stufe 10 pulverisieren
Alle weiteren Teigzutaten dazu und für 30 sek/ Stufe 6 vermengen
In transparente Alufolie verpacken und im Kühlschrank ca. 30 min. ruhen lassen.

Vanillecrème:

In der Zwischenzeit die Vanillecrème zubereiten. Im sauberen Mixtopf nochmals Zucker, Vanillezucker und Zitronenschale 20 Sek / Stufe 10 pulverisieren.
Alle weiteren Zutaten dazu und für 7 min. / 90°C / Stufe 4 kochen.
Abkühlen lassen.

Fertigstellung:

Den Teig teilen (2/3 und 1/3) und 2 Rondellen (eventuell zwischen 2 Backpapieren, oder auf einer Backmatte) auswallen.
Mit ersten größeren Teighälfte das Blech belegen und Rand hochziehen und mit einer Gabel einstechen. Die Vanillecreme einfüllen und mit der 2. Teighälfte bedecken. Die Ränder abschneiden und mit Gabel verschliessen/dekorieren. auch Deckel mit Gabel einstechen) und mit Milch einpinseln.

Die Pinienkerne auf der Oberfläche verteilen und leicht mit den Händen andrücken, damit sie haften.

Bei 180°C für 30 Min. backen.

Auskühlen lassen und vor der servieren mit Puderzucker bestäuben und mit lieben Freunden geniessen.

Fleischwürze (ohne Zusatzstoffe)

Ein Grund warum ich meinen Thermomix® liebe, ist, selber Gewürzmischungen herzustellen, die ohne die ganzen Zusatzstoffe und Konservierungsmittel auskommen.

Dennoch empfehle ich hochwertige Gewürze zu verwenden. Ich gehe hierzu gerne zu “Nanna’s Bunte Küche” in St.Gallen oder in Zürich, da weiss ich, dass ich in guten Händen bin.

Mir ist letzte Woche meine Fleischgewürzmischung ausgegangen und natürlich hätte ich einfach mit etwas Salz und Pfeffer würzen können. Aber warum nicht schnell ein eigenes mischen? Hier meine Mischung.

Fleischwürze

  • 4 EL Kreuzkümmel
  • 2 EL gelbe Senfkörner

beides in den Mixtopf geben und 2 Min / 100 °C / Stufe 1 erwärmen, dabei werden, die in den Gewürzen vorhandenen ätherischen Öle freigesetzt. Zudem verbinden sich so die einzelnen Komponenten besser.

  • 2 EL Kubeben-Pfeffer-Körner oder anderen schwarzen Pfeffer

Hinzugeben und 40 Sek. / Stufe 10 pulverisieren.

  • 8 EL Paprika, pulver, edelsüß
  • 4 EL Salz, fein
  • 4 EL Puderzucker 
  • 2 EL Senf, pulver
  • 4 EL Chilipulver 
  • 2 EL Pfeffer, schwarz, gemahlen
  • 4 EL Knoblauch, granulat
  • 2 EL Cayennepfeffer
  • 2 EL Thymian, getrocknet
  • 4 EL Majoran, getrocknet

Jetzt nochmals 20 Sek. / Stufe 10 vermischen.

Tipp ersetzt 4 EL des Paprikas mit geräuchertem Paprika ( Pimentón de la Vera). Das gibt dem Fleisch eine leicht rauchige Note.

Ein fröhliches Mixen, wünsch ich Euch!

Sauerteig-Brotback-Wettbewerb – Tag 8 – Finale

Hurrah, jetzt geht’s los – endlich Backtag!

30 Min vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen 

Einen Le Creuset Topf/ Gusseisentopf  in den Ofen stellen und diesen auf 250C Ober-/Unterhitze vorheizen. Wenn Ihr einen Römertopf oder eine Glasschüssel benutzt diese bitte nicht vorheizen. 

Den Teig auf ein Backpapier stürzen. Kurz vor dem Backen mit einem scharfen Küchenmesser oder einem Lame de Boulanger (= Bäckermesser) einschneiden , dann vorsichtig den Gusseisentopf aus dem Ofen nehmen (achtung sehr heiss) und das Brot sammt Backpapier hineingeben (oder den Teig mit dem Backpapier in den Römertopf oder die Glassschüssel heben). Mit Deckel verschliessen und zurück in den Ofen.

Den Ofen mit Wasser gut besprühen* und das Brot für 30 Min. auf unterster Schiene backen. Dann den Deckel entfernen und weitere 5-10Min backen.

*Warum besprühen? Der Deckel ist doch zu? Ja, obwohl der Deckel zu ist, wird etwas von der Flüssigkeit in den Topf gelangen und verdampfen – so kann eine tolle Kruste entstehen. Ich benutze dazu eine im Gartenzenter gekaufte Sprühflasche. Beim Römertopf oder der Glasschüssel würde ich jedoch unten eine flache, feuerfeste Schüssel mit etwas Wasser gefüllt hineingeben.  

Brot aus dem Topf nehmen und auf Gitter auskühlen lassen.

Gratuliere Ihr habt grade Euer Sauerteigbrot gebacken! Hört kurz nach dem Entfernen mal hin – knistert Euer Brot auch? Riecht es nicht herrlich?

Meine Brote sind echt schön geworden. Ich bin happy. Wie sieht es bei Euch aus? Bitte schickt mir doch Eure Resultate zu.

Das ist mein Dinkelbrot

Das ist mein Roggensauerteigbrot

Wer mir bis zum 3. Februar 2019 sein Bild schickt, kann ein Garkorb und ein Bäckermesser gewinnen.

Noch Fragen? Kontaktiert mich: k68.winkler@icloud.com oder einfach bei Facebook in die Komentare schreiben.

Sauerteig-Brotback-Wettbewerb – Tag 8 – Morgens

So, vor dem Duschen und Anziehen husche ich hinunter in meine Küche, um meinem Teig das erste Mal zu falten. Euer Teig hat im Idealfall bereits einige Blasen entwickelt.

Lasst den Teig in der Schüssel/in der Box. Kurz Hände waschen und dann mit den nassen Händen den Teig auf einer Seite hochziehen und zur Mitte hin über den restlichen Teig ziehen/legen. Hände wieder mit Wasser benetzen und die Schüssel einmal um einen Viertel drehen und den Faltvorgang gerne noch dreimal Reihum wiederholen. Den Teig wieder abdecken und 20-30 Min. ruhen lassen.

So jetzt  (ca. 30 Min. später) bin ich geduscht und angezogen. Jetzt beginnt das Falten des Teiges von vorne. Achtung wieder darauf achten, dass ihr Eure Hände nass macht. Der Teig sollte nun auch bereits etwas mehr Struktur haben.

Warum Teig falten?
Durch das Falten gewinnt der Teig an Struktur und schlussendlich an Volumen.

Jetzt hätte ich erst mal ein halbes Stündchen Zeit für mein Frühstück und meinen Kaffee. Die Katze, Chilli, will auch gefüttert werden und mauzt auch schon.

Nach weiteren 30 Min. Gehzeit, den Teig abdecken und auf eine leicht bemehlte Unterlage legen. Wirklich nur wenig Mehl benutzen

Teig sanft zusammendrücken/ Luft rausdrücken und anschliessend den Teig vorformen indem man die Ecken rundum von aussen in die Mitte zieht, dort festdrückt und so dem Teig Spannung verleiht. Es sollte zuletzt einen Ball formen.

Teig umdrehen, so dass er mit der «Naht» nach unten auf dem Tisch liegt, mit Tuch abdecken und 10 min gehen lassen.

Einen Garkorb gut bemehlen. Das Bestäuben geht sehr gut mit einem Sieb. Wer keinen Garkorb hat – kann auch einfach ein Salatsieb oder runde Schüssel mit einem sauberen Küchentuch oder Leinentuch auslegen und dieses dann gut bemehlen.

Hierzu könnt ihr einfach ein helles Mehl nehmen, oder aber dieses mit etwas Reismehl mischen. Wer einen Thermomix® hat, kann dafür einfach ca. 50g Reiskörner nehmen und diese  für 1 Min. / Stufe 10 mahlen.

Jetzt den Teig fertig formen dabei wieder von aussen nach innen arbeiten und den äusseren Teig in die Mitte falten. Dann den so geformten Ball umdrehen und sanft auf der Unterlage mit den Handflächen rollen/ wirken. Hier ein Video, das für mich die einfachste Methode dazu gut veranschaulicht.

Es sollte eine gespannte, glatte Oberfläche entstehen. Dabei darauf achten, dass der Teig nicht reisst.

Den Teig mit der Naht nach oben in den Garkorb legen, abdecken (ich nehme hierzu eine Duschhaube, Ihr könnt auch den Garkorb auch in einen grossen Plastiksack stellen)

Nun bis am Abend wieder in den Kühlschrank stellen.

Jetzt würde ich normalerweise arbeiten gehen, aber mich hat die Grippe erwischt, also zurück ins Bett – bis heut Abend zum eigentlichen Backen! Ihr habt es schon fast geschafft!